Rolf-Peter Bartz im Herbst 2024 unter´m Nußbaum in Herberts Garten. (Foto: Ulrike Bappert/Vorstandsmitglied)
Wir nehmen Abschied von Rolf-Peter Bartz
Rolf-Peter Bartz
16.03.1946 – 28.03.2025
Gründer der Arbeitsgemeinschaft Erhaltung und Nutzung der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Ehrenvorsitzender
Das schönste Geschenk von Rolf-Peter Bartz war stets der selbst gepflückte Blumenstrauß aus der heimischen Flur. Bescheiden, naturverbunden, die Heimat im Herzen, wie der Strauß, so könnte man auch das Wirken von Rolf-Peter Bartz beschreiben, wenn man noch die Begeisterung für die Menschen, sein freundliches Wesen und seinen unermüdlichen Einsatz eben für die Natur und die Heimat dazu fügt.
Der Briefkopf „seiner“ AG Gutsanlagen mit der Silhoulette des Lehnguts Tellow im ritterschaftlichen Amt Tellow drückt das vielfältige Interesse von Rolf-Peter Bartz anschaulich aus. Bereits 1972 gründete Rolf-Peter Bartz mit seiner Gottiner Schülerarbeitsgemeinschaft „Natur- und Heimatforscher“ das Thünen-Museum-Tellow.
Es folgten 1990 die Gründung der Thünengesellschaft e.V. und 1995 die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Erhaltung und Nutzung der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Rolf-Peter Bartz war als Gründer oder als Gründungsmitglied auch beteiligt beim Verein der Freunde und Förderer des Thünen-Museums Tellow e.V., dem Verein für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte e.V., dem Heimatverein im Zierstorfer Pogge-Hus midden in Mäkelborg e.V., der Johann-Heinrich-von-Thünen-Stiftung und dem Förderverein deutsch-japanischer Freundeskreis Todendorf e.V. im Schloss Mitsuko.
So ist es nicht verwunderlich, dass die AG Gutsanlagen das Thünen-Museum als Vereinssitz wählten. Einem Ort, an dem sein Engagement begann und von dem aus er auch international sein Wirken entfaltete. Er verstand es auf eine liebenswürdige und begeisternde Art, Menschen in aller Welt einzubinden, sei es nun Amerika, Japan oder eben im heimischen Mecklenburg.
Rolf-Peter Bartz wurde für sein Engagement unter anderem mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet und erhielt die Ehrenmitgliedschaft der Universität Rostock. Ihm wurde auch das Bundesverdienstkreuz verliehen.
2023, bereits gekennzeichnet von seiner schweren Krankheit, zog er sich als 1. Vorsitzender der AG Gutsanlagen zurück, jedoch war das Interesse an „seinem“ Verein ungebrochen. Noch kurz vor seinem Ableben durfte ich ihm von den Aktivitäten im Verein berichten. Es war ihm eine Freude zu hören, dass sein Werk fortgeführt wird, dass sein Wirken noch nachhallt.
Sein Vermächtnis an uns ist die Aufgabe, uns um die Erhaltung und Nutzung der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern zu kümmern, sein Wirken fortzuführen, seine Idee der schützenswerten Kulturgüter mit Leben zu füllen. Sein Vermächtnis ist es aber auch, uns in seinem Sinne mit den von ihm gegründeten oder initiierten Vereine zu vernetzen. Ganz so, wie er es zu Lebzeiten gemacht hat: Freundlich, liebenswert, bescheiden, ohne eigenen Vorteil, unprätentiös mit dem Auge auf das Wesentliche: Den Gutshäusern und Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern.
Lieber Rolf-Peter, wir werden Dein Ansehen wahren und uns liebevoll an Dich erinnern. Deinen Angehörigen sprechen wir unser tiefempfundenes Beileid aus.
Barbara Kampen, 1. Vorsitzende AG Gutsanlagen
Hier finden Sie den Nachruf von Frau Ziegler, der Leiterin des Thünen-Museums
https://www.thuenen.info/?p=2401
und von Andreas Parlow, 1. Vorsitzender MFP e.V.
https://www.mfpev.de/nachrichtenleser/nachruf-fuer-rolf-peter-bartz.html
Mit Entsetzen haben sicherlich nicht nur wir vom Vorstand der AG Gutsanlagen die Berichterstattung über den Brand im Schloß Johannstorf verfolgt, sondern auch viele andere, die um die Erhaltung
von Kulturwerten, insbesondere den Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern
bemüht sind. Dank unseres Vorstandsmitglied Ulrike Bappert wurden wir frühzeitig über die Berichterstattung informiert. Nicht nur dass, Ulrike Bappert hat auch die Öffentlichkeit auf den Brand
aufmerksam gemacht, sodass viele Interessierte davon Kenntnis genommen haben.
Das Schloß Johannstorf ist Teil einer Gutsanlage im Landkreis Nordwestmecklenburg und wohl die einzige barocke Wasseranlage in Mecklenburg. Erbaut 1743 war es noch reichlich ausgestattet mit
historischen Ein- und Ausbauten, die nun vermutlich dem Brand zum Opfer gefallen sind. Der
Sachschaden wird auf etwa eine Millionen Euro geschätzt. Nicht einschätzbar ist der Verlust der Kulturwerte, der Verlust der historischen Einbauten, der Verlust einer noch in grossen Teilen
erhaltenen Gutsanlage.
Den Medienberichten zufolge wird Brandstiftung vermutet. Die Staatsanwaltschaft habe geäußert, dass die Ermittlungen noch andauern.
Zahlreiche Kulturinteressierte haben sich auf Social Media mit Sorge und Entsetzen zu dem Brand geäußert. Leider kam es dort aber auch zu Vorverurteilungen bis hin zu Bedrohungen des vermuteten
Eigentümers.
Wir vom Vorstand der AG Gutsanlagen trauern um den Verlust dieses hochwertigen Schlosses. Jedes verloren gegangene Gutshaus, jede verloren gegangene Gutsanlage ist eine verloren gegangene zuviel. Wir distanzieren uns aber ausdrücklich von jeglicher Form der Vorverurteilungen und warten besonnen die Ermittlungsergebnisse seitens der Behörden ab. Im Fall Johannstorf werden wir die Entwicklung im Auge behalten und nach Bekanntgabe der Ermittlungsergebnisse weitere Schritte überdenken.
Nicht repräsentative Links zur Berichterstattung:
https://www.nordkurier.de/regional/nordwestmecklenburg/nach-feuer-lebensgefahr-auf-schloss-
johannstorf-3374253
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Feuer-zerstoert-Schloss-Johannstorf-
Hoffnung-auf-Erhalt-bleibt,johannstorf108.html
https://www.nordkurier.de/regional/nordwestmecklenburg/nach-feuer-in-johannstorf-wir-reden-hier-
von-einem-erschuetternden-verlust-3386103